Unendliches Kopfschütteln
- Ricarda Hoffmann

- vor 2 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Wir berichteten in einem separaten Beitrag bereits von der Baustellenkontrolle in Folge eines Brandes in Zürich. Nachdem wir durchatmen konnten und erleichtert waren, dass niemand zu Schaden kam, folgt nun noch ein Nachtrag bezüglich der besagten Baustellenkontrolle.
Nicht nur der Brand stellte eine potenzielle Gefährdung der Sicherheit dar, sondern die zahlreichen Manipulationen am Gerüst. Zu Erinnerung: Das betroffene Gebäude ist rundum eingerüstet. An allen vier Seiten steht eine über 16 Meter hohe Gerüstkonstruktion. Das sind etliche Tonnen Stahl, Holz- und Aluminiumbelege, die im schlimmsten Fall beim einem Einsturz Menschen unter sich begraben.
Obwohl wir uns aufrichtig freuen, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind, kamen wir während dieser Kontrolle aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. An etlichen Stellen wurden unser Gerüst von Unbefugten, d.h. jenen Handwerkern, die ihre Arbeit dort eigentlich sicher erledigen sollen, wieder einmal gedankenlos manipuliert.

Belege von uns wurden von anderen Handwerkern entfernt und ohne unsere Zustimmung zweckentfremdet. An dieser Stelle merken wir auch an, dass unsere Monteure die Baustellen ordentlich verlassen. Das herumliegende Material wurde nicht von uns so chaotisch hinterlassen!

Ein herausgehobenes Geländer haben wir ebenfalls dokumentiert. Kopfschütteln.

Hier hat ein Unbefugter Gerüstmaterial entfernt und stattdessen eine Stange in Schräglage eingesetzt. Ein Gerüstfuss wurde angehoben und mit Kabelbindern hochgebunden - der Fuss schwebt in der Luft! Die auf diesen beiden Punkten oben drauf liegenden Gerüstmaterialien sind nun nicht mehr als sicher einzustufen. Den Gerüstbauer anrufen wollen viele Handwerker nicht. Änderungen durch den Gerüstbauer kosten schließlich Geld. Also wird lieber Geld gespart und die Sicherheit anderer gefährdert. Kopfschütteln in maximalem Unverständnis.

Obwohl dies keine Manipulation an unserem Gerüst ist, können wir auch in diesem Fall nur entsetzt die Köpfe schütteln. Gasflaschen gehören nach Feierabend anderweitig gelagert. Uns ist nicht bekannt, um wessen Gasflasche es sich handelt. Welch ein Glück, dass diese Gasflaschen nicht von den Flammen erreicht wurden. Man möchte sich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn diese explodiert wären.
Schleudertrauma durch intensives Kopfschütteln wird sicherlich irgendwann als Berufskrankheit der Gerüstbauer anerkannt. Auch, wenn wir versuchen unseren Arbeitsalltag mit Humor zu meistern, sind solche Situationen alles andere als amüsant. Liebe Handwerker und Bauherrschaften, wir können nur ein weiteres Mal mahnen, dass Manipulationen am Gerüst eine Gefährdung der Handwerker und Passanten bedeutet.





Kommentare